Informieren | Beraten | Gestalten
Geschenke, Bewirtung und Betriebsfeiern
22.11.10

VON: CHRISTOPH HEIN




Weihnachten und Steuern Steuertipps zum Jahreswechsel

Das Weihnachtsfest und der Jahreswechsel stehen vor der Tr. Gern wird dies zum Anlass genommen, um gemeinsam zu feiern oder Angestellten, Geschftsfreunden oder Kunden Geschenke zu berreichen. Dies hat jedoch auch steuerliche Auswirkungen, die zu bercksichtigen sind. Oftmals lsst es sich der Fiskus nicht nehmen, die Geschenke krftig zu besteuern. Viele Firmen zahlen ihren Mitarbeitern am Ende des Jahres auch ein Weihnachtsgeld. Hufig wird die Freude ber das zustzliche Entgelt jedoch getrbt, denn der Staat beansprucht einen Teil des Weihnachtsgelds fr sich.

Daher haben wir die wichtigsten Regelungen bezglich Geschenken, Betriebsfeiern, Weihnachtsgeld und Bewirtungskosten fr Sie zusammengestellt.

A. Geschenke
Bei der steuerlichen Beurteilung von Geschenken ist zwischen Geschenken an Geschftsfreunde bzw. Kunden und den Sachzuwendungen an eigene Arbeitnehmer zu unterscheiden.

1. Geschenke fr Geschftspartner und Kunden
Der Unternehmer kann Geschenke an Geschftspartner und Kunden als Betriebsausgabe absetzen. Voraussetzung dafr ist, dass das Geschenk betrieblich veranlasst ist. Ist der Unternehmer zum Vorsteuerabzug berechtigt, darf der Nettowert des Geschenkes 35 Euro nicht bersteigen. Bei Unternehmern mit Umstzen, die nicht zum Vorsteuerabzug berechtigen, ist auf den Bruttowarenwert von 35 Euro abzustellen.
Der Betrag kann pro Kunde und Geschftspartner im Kalenderjahr nur einmal geltend gemacht werden. Wird der Betrag auch nur um einen Cent berschritten, so scheidet ein Abzug als Betriebsausgabe vllig aus. Nicht auf den Geschenkwert angerechnet werden die Verpackung sowie eventuell anfallende Versandkosten.

2. Eigene Angestellte
Geschenke an eigene Angestellte sind stets als Betriebsausgabe abzugsfhig. Die Wertgrenze fr Steuerfreiheit liegt grundstzliche bei 40 Euro. Wenn der Wert 40 Euro nicht bersteigt, handelt es sich begrifflich nur um eine steuerfreie Aufmerksamkeit (nicht um ein Geschenk). Dieser Wert kann mehrfach ausgenutzt werden, wenn sich mehrere Gelegenheiten im Jahr bieten. Es ist jedoch zu beachten, dass nur Sachzuwendungen steuerlich begnstigt werden. Geld- oder Geldersatzleistungen, wie etwa Gutscheine, fallen grundstzlich nicht unter diese Regelung.
Auf Seiten des Arbeitnehmers sind Zuwendungen des Arbeitgebers insgesamt wie Barlohnzahlungen zu versteuern, wenn die Grenze von 40 Euro berschritten wird. Es besteht jedoch die Mglichkeit, das Geschenk pauschal mit einem Satz in Hhe von 30 Prozent zu versteuern (s. Punkt 4). Fr den Arbeitnehmer entfllt dann die Steuerschuld, Sozialabgaben werden aber trotzdem fllig. Fr den Unternehmer stellt auch die abgefhrte Steuer eine Betriebsausgabe dar. 

3. Formelle Voraussetzungen fr die Abzugsfhigkeit von Geschenken
Der Name des Beschenkten muss aus der Buchung oder dem Buchungsbeleg ersichtlich sein. Aufwendungen fr Geschenke gleicher Art (beispielsweise eine Weinhandlung versendet an 20 besonders gute Kunden einen Prsentkorb zu Weihnachten) knnen in einer Sammelbuchung zusammengefasst werden, wenn die Namen aus dem Buchungsbeleg ersichtlich sind. Eine detaillierte Namensangabe ist nicht erforderlich, wenn der Geschenkwert (z. B. Kugelschreiber) so gering ist, dass von vornherein die Vermutung besteht, dass die Freigrenze von 35 Euro pro Empfnger nicht berschritten wird.

4. Wahlweise Pauschalierungsmglichkeit bei Sachzuwendungen
Fr gewhrte Sachzuwendungen an Arbeitnehmer und Nichtarbeitnehmer gibt es in  37 b EStG eine steuerliche Pauschalierungsmglichkeit mit einem Steuersatz in Hhe von 30 %. Sie gilt die ertragsteuerliche Erfassung des Vorteils beim Zuwendungsempfnger ab, nicht jedoch die Umsatzsteuer. 
Das Wahlrecht zur Anwendung der Pauschalierung ist einheitlich fr alle innerhalb eines Wirtschaftsjahres gewhrten Zuwendungen, mit Ausnahme der die Hchstbetrge nach  37b Abs. 1 Satz 3 EStG bersteigenden Zuwendungen, auszuben. Dabei ist es zulssig, diese Regelung fr Zuwendungen an Dritte und an eigene Arbeitnehmer jeweils gesondert anzuwenden. Die Entscheidung zur Anwendung des  37b EStG kann nicht zurck genommen werden.
Da man dem Empfnger der Geschenke i. d. R. nicht mit einer Besteuerung des Geschenks belasten will, kommt es somit de facto zu einer pauschalen Besteuerung aller Geschenke mit 30 %!! L

B. Betriebsfeiern
Grundstzlich lassen sich die Kosten einer Betriebsfeier steuerlich absetzen, unter anderem Speisen und Getrnke, Raummiete, Honorare fr Knstler und ihre Darbietungen, weiterhin Eintrittskarten fr kulturelle oder sportliche Veranstaltungen, die aber nicht allein die Betriebsveranstaltung ausmachen drfen.
Dabei drfen die Aufwendungen pro Betriebsfeier oder den Betriebsausflug jedoch nicht mehr als 110 Euro pro Mitarbeiter betragen brutto und damit inklusive Mehrwertsteuer.
Die 110-Euro-Grenze gilt pro Mitarbeiter des Betriebes und nicht pro Teilnehmer an einer Feier. Nehmen Angehrige des Arbeitnehmers (insb. Ehegatte oder Kinder) an der Betriebsfeier teil, so sind die auf die Angehrigen entfallenden Aufwendungen dem jeweiligen Arbeitnehmer zuzurechnen.
Pro Jahr werden vom Finanzamt zwei Feiern anerkannt. Eine Teilnahme muss prinzipiell allen Mitarbeitern zustehen. Die Beschrnkung auf eine bestimmte Gruppe oder einzelne Abteilungen wird vom Finanzamt nur in greren Unternehmen aus organisatorischen Grnden akzeptiert.
In allen Zweifelsfllen sollten Sie sich rechtzeitig vor einer Betriebsfeier mit uns in Verbindung setzen.

C. Weihnachtsgeld
Zum steuerpflichtigen Arbeitslohn zhlen auch solche Abzge, die nicht regelmig zuflieen. Das sind insbesondere Einmalzahlungen, wie zum Beispiel das Weihnachtsgeld, ein 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld oder Abfindungen. Gem 38a Einkommensteuergesetz sind dies sonstige Bezge. Wichtig ist die Abgrenzung der sonstigen Bezge vom laufenden Arbeitslohn insbesondere fr die steuerliche Behandlung der Einmalzahlungen.

D. Bewirtungskosten
Durch das Haushaltsbegleitgesetz 2004 ist der Betriebsausgabenabzug auf 70 % der Bewirtungskosten beschrnkt worden. Unter die beschrnkte Abzugsfhigkeit fallen Aufwendungen fr Bewirtungen fr Personen aus geschftlichem Anlass, nicht dazu rechnen rein betriebsinterne Veranstaltungen, wie z. B. Weihnachtsfeiern mit Arbeitnehmern. bliche Aufmerksamkeiten anlsslich betrieblicher Besprechungen (Kaffee, Tee, Gebck) oder Produkt- und Warenverkostungen rechnen ebenfalls nicht als Bewirtung.
Alle Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der eigentlichen Einladung stehen, neben Essen und Getrnken zhlen hierzu Garderobengebhren, Taxen, Trinkgelder, Raummieten, mssen angemessen sein.
Grundlage jeder Buchung ist ein Beleg, auf dem Ort, Tag, alle Teilnehmer (einschlielich Gastgeber), Anlass der Bewirtung sowie die Hhe der Aufwendungen dokumentiert sein mssen. Der Beleg muss unterschrieben werden. Der Anlass der Bewirtung sowie der Personenkreis ist genau anzugeben.
Erfolgt die Bewirtung in einer Gaststtte, so ist dem Beleg die Rechnung beizufgen. Oftmals kann die Rechnung selbst als Beleg verwendet werden, wenn auf der Rckseite der Teilnehmerkreis und der Anlass ergnzt werden. Die Rechnung muss grundstzlich Angaben einer ordnungsgemen Rechnung enthalten.

Sog. Kleinbetragsrechnungen (Gesamtbetrag bis zu 150 Euro) mssen nicht alle Angaben enthalten. bliche Aufrundungen fr Trinkgelder (beispielsweise von 96,10 auf 100 Euro) drften auch in Zukunft vom Betriebsprfer nicht beanstandet werden.

Bei Rckfragen zu diesen Themen stehen wir Ihnen gerne zur Verfgung.








<- Zurück zu: Rheinbach